Am 20. und 21. Mai 2026 fand der größte Stiftungskongress in Europa statt. Die Nordmetropole Hamburg hieß knapp 2000 Stiftungsvertreter*innen zum Deutschen Stiftungstag 2026 willkommen, um unter dem Motto „aus Freiheit handeln“ in den Austausch zu kommen und aktuelle Themen sichtbar zu machen. Der Bundesverband Deutscher Stiftungen organisiert jährlich den Kongress und schafft mit gesellschaftlich relevanten Inhalten einen Ort für Wissen und Transfer. Für die step stiftung waren der Vorstand Dr. Berndt Tausch und der Leiter Stiftungs- und Projektmanagement Nicolas Belmaati vertreten.
Im Mittelpunkt des Stiftungstags stand die Frage, welche Rolle Stiftungen in einer Zeit gesellschaftlicher Veränderungen, zunehmender Unsicherheiten und wachsender Herausforderungen einnehmen können. Das Motto „Aus Freiheit handeln“ machte deutlich: Stiftungen verfügen über besondere Handlungsspielräume. Sie können langfristig denken, innovative Ansätze erproben, gesellschaftliche Entwicklungen früh aufgreifen und dort aktiv werden, wo staatliche oder privatwirtschaftliche Strukturen an Grenzen stoßen. Gleichzeitig ist diese Freiheit mit Verantwortung verbunden – gegenüber der Gesellschaft, den Zielgruppen und dem eigenen Stiftungszweck.
In zahlreichen Vorträgen, Diskussionsrunden und Fachformaten wurden Themen wie Demokratie, gesellschaftlicher Zusammenhalt, Bildung, soziale Teilhabe, Wirkungsmessung, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Gemeinnützigkeit und nachhaltige Finanzierung diskutiert. Besonders deutlich wurde dabei, dass Stiftungen gerade in herausfordernden Zeiten wichtige Impulsgeberinnen sein können: als Ermöglicherinnen, als
Brückenbauerinnen und als Orte, an denen neue Lösungen für gesellschaftliche Fragen entwickelt werden. Sie bilden ein starkes und langfristig aufgebautes Rückgrat unserer Gesellschaft.
Für die step stiftung bot der Stiftungstag wertvolle Anknüpfungspunkte. Die Diskussionen zeigten, wie aktuell und relevant die eigene Arbeit im Bereich Sport for Development ist. Mit Projekten wie dem kick mobil, trail held*innen, kick connect, step fortbildung oder den Sport-Quartieren
schafft die step stiftung niedrigschwellige Räume für Bewegung, Begegnung, Teilhabe und Bildung. Kinder und Jugendliche erleben dort, dass sie mitgestalten können, willkommen sind und Gemeinschaft erfahren. Damit leistet die Stiftung einen wichtigen Beitrag zur Bewegungsförderung, zu sozialem Zusammenhalt und demokratischem Lernen im Alltag.
„Das Motto des Stiftungstags passt sehr gut zu unserem Selbstverständnis. Freiheit bedeutet für uns die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen und dort zu handeln, wo Kinder und Jugendliche Unterstützung, Freiräume und verlässliche Beziehungen brauchen. “, so der Leiter Stiftungs- und Projektmanagement der step stiftung Nicolas Belmaati.
Auch für die strategische Weiterentwicklung der Stiftung bot der Kongress wichtige Impulse. In vielen Gesprächen wurde deutlich, dass Kooperation, Wirkungsorientierung und langfristige Partnerschaften zentrale Voraussetzungen sind, um gesellschaftliche Wirkung nachhaltig zu entfalten und sich als Organisation zu verstetigen und zu stabilisieren. Gerade operative Stiftungen wie die step stiftung stehen dabei vor der Aufgabe, ihre Arbeit nicht nur umzusetzen, sondern auch sichtbar zu machen, zu reflektieren und kontinuierlich weiterzuentwickeln, um Fördermittel zu akquirieren.
„Wir nehmen aus Hamburg vor allem mit, dass Stiftungen ihre Freiheit mutig und furchtlos nutzen sollten, um unsere Demokratie auf Projekt- und Organisationsebene zu stärken. Mein Plädoyer heißt, mehr Mut für Fusionen und die Initiierung von Treuhandstiftungen, gerade unter kleinen und mittleren Stiftungen, um das brachliegende Kapital für mehr Impact zu entfesseln. So könnte die step stiftung als aufnehmende Dachstiftung agieren, um mit ihrer professionellen Infrastruktur größere finanzielle Unabhängigkeit zu erzeugen. Diese Themen haben haben großes Potenzial , was ich als Handlungsanweisung mit nach Hause nehme.“, sagt Dr. Berndt Tausch, der Vorstand der step stiftung.
Der Deutsche Stiftungstag 2026 hat gezeigt, wie vielfältig und lebendig die Stiftungslandschaft in Deutschland ist und dass die Bedarfe und Krisen geografisch unterschiedlich existieren. Die neuen Bundesländer erleben durch einen deutlichen Rechtsruck eine Bedrohung der Grundsätze der Demokratie, was in Deutschland alle betrifft und wo es gilt an allen Orten zu sensibilisieren.
Für die step stiftung war die Teilnahme eine wertvolle und wirkungsvolle Gelegenheit, bestehende Kontakte zu pflegen, sich mit anderen Akteur*innen zu vernetzen, neue Perspektiven mitzunehmen und die eigene Arbeit in größere gesellschaftliche Entwicklungen einzuordnen. Die Impulse aus Hamburg bestärken die Stiftung darin, auch künftig aus ihrer Freiheit heraus Gestaltungsverantwortung zu übernehmen – für Kinder und Jugendliche, für lebendige Sozialräume und für eine gerechtere Gesellschaft.
