Abschied nehmen fällt schwer…

with Keine Kommentare

Nach 5 Monaten ist meine Zeit in der School For Life nun tatsächlich auch schon vorüber. Kaum zu fassen, wie schnell die letzten Wochen und Monate vorbeigezogen sind, und es fühlt sich eher wie 2 Jahre an als wie ein knappes halbes Jahr. Gerade im letzten Monat habe ich mich immer mehr wie zu Hause gefühlt, habe unter Freunden viel erlebt und unter Freuden die wundervolle Atmosphäre und Umgebung der Schule noch einmal in vollen Zügen genossen. Aber so ist das ja immer: Aufhören, wenn’s am schönsten ist …

Nach der Einweihung der Kletterwand und vielen netten Abschlussgesprächen war dann schließlich am Freitagmorgen die Stunde der Wahrheit gekommen. Gemütlich laufe ich nach dem Frühstück hinunter zum Morgenappell, wie eigentlich jeden Tag, nur das es heute eben das letzt Mal für eine ganze Weile sein wird. Schon irgendwie ein komischer Gedanke.

Bei der formellen Verabschiedung mit Berndt vor allen Kindern und Lehrern der Schule wird mir dann erst so richtig bewusst, dass ich diese lachenden Gesichter nicht mehr so schnell wieder sehen werde. Gesichter voller Lebensfreude, voller Zuneigung und Liebe. Ja, die School For Life ist wirklich ein besonderer Ort. Und allen Schwierigkeiten zum Trotz gibt sie allen Kindern, Lehrern, Volontären und sonstigen Besuchern ein Gefühl von Willkommenheit, von Offenheit und Wärme – kurz: ein Gefühl von Familie. Ich bin sehr, sehr dankbar, dass ich über die fünf Monate ein Teil dieser Familie sein durfte.

Als sich dann alle anwesenden Kinder (gut über 100 wohl bemerkt) in Reihe aufstellen, um Berndt und mich zum Abschied zu umarmen, weiß ich gar nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Glücklicherweise bin ich nicht sehr nah am Wasser gebaut, sodass keiner von den älteren Jungs Angst haben muss, mir durch die stürmische Klammergriff-Umarmung alle Rippen gebrochen zu haben. Und außerdem sieht es auch auf den Fotos schöner aus …

Tja, und jetzt sitze ich hier in einem Cafe in Chiang Mai und schreibe im Rückblick diesen Text, schaue mir die Fotos durch und denke an all die Dinge, die ich während des letzten halben Jahres erlebt habe (Es fühlt sich wirklich viel länger an !). Angefangen von den wagen Planungen die Schule zu besuchen, bis zur Buchung des Fluges, der Ankunft in der Idylle der Schule und den zahlreichen weiteren Erlebnissen und Eindrücken, die seitdem meinen neuen Alltag bestimmt haben. Hineingeworfen in eine fremde Umgebung und eine fremde Kultur, habe ich mein Bestes gegeben mich zu integrieren und zu lernen und wurde von den Thais mit offenen Armen empfangen. Ich habe gelernt, welche Freude es bringt zu geben, wie einfach es sein kann, die kleinen unwichtigen Dinge einfach sein zu lassen und mit dem Leitspruch “Sabai Sabai” von Moment zu Moment zu leben. Ich habe gelernt, was es bedeutet, Rückschläge zu akzeptieren und auf Hilfe zu vertrauen, wenn man sie am wenigsten erwartet. Ich habe gelernt, mich selbst als Teil der großen Gemeinschaft statt als Individuum zu begreifen. Und nicht zuletzt wurde mir erneut gezeigt, welch ein Privileg es ist, eine Familie, eine unbeschwerte Kindheit und eine gute Bildung zu haben.

So hoffe ich, dass nicht nur meine Haare gewachsen sind, sondern auch meine Ansichten, mein froher Lebensgeist und mein Vertrauen in das Gute im Menschen. Große Worte, kleiner Mirko. Vielleicht etwas weit gegriffen, aber das sind wohl einfach die Nebenwirkungen eines Volontariats in der School For Life.

Bevor ich jetzt auf Reisen verschwinde, geht daher ein großer Dank an die Step-Stiftung und alle weiteren Leher, Spender und Helfer, die mir diese tollen letzten 5 Monate ermöglicht und mich begleitet haben.

Und zuletzt mein Dank an die School For Life, dafür dass ich meine Zeit auf diesem wunderbares Fleckchen Erde mit wunderbaren Menschen und einer faszinierenden Kultur verbringen durfte! Ich komme auf jeden Fall wieder!

Bis dahin alles Gute und Chohk Dee!

Euer Mirko