Der Erste Eindruck

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Nachdem ich die ersten 10 Tage im wunderbaren Chiang Mai verbracht habe, geht es am Morgen des 23. Oktober endlich los für mich. Ich werde von Lehrern der School for Life in Chiang Mai beim Wat Umong Tempel abgeholt und zur Schule gefahren. Mit voll aufgedrehter Klimaanlage geht es durch die verstopften Straßen, über den Highway Richtung Doi Saket. Nach und Nach wird der Verkehr weniger, die Straßenlaternen weichen dicht stehenden Bäumen und die gerade Straße wird zunehmend kurviger. Dann geht es schließlich nach rechts ab, mitten ins Grün. Nach dem Passieren einer Schranke, die uns mit freundlichem Lächeln geöffnet wird, befinden wir uns nun offiziell im königlichen Waldgebiet. Über kleine Lehmstraßen erreichen wir schließlich die School for Life.

Beim Aussteigen aus dem Pickup spüre ich zum ersten Mal die besondere Atmosphäre, welche auf dem Gelände herrscht. Einige Schüler, die während der Ferien da geblieben, sind begrüßen mich, und nach einem ersten leckeren Thai-Meal wird mir dann alles gezeigt. Ich hatte mir die Schule etwas anders – irgendwie größer und kompakter – vorgestellt. Doch jetzt, wenn man so über die abschüssige Ebene schlendert und die kleinen, verteilten Hütten und Klassenräume sieht, erscheint alles sehr passend und irgendwie genau richtig. Die Schule fügt sich mit der Natur und umgekehrt. Überall schweben Schmetterlinge umher und rechts und links vom Weg sprießen Blumen, Kaffeepflanzen und große Bäume aus dem Boden. Die Luft ist erfüllt vom Rascheln der Blätter, dem Krähen der Hähne und dem allgegenwärtigen Zirpen der Grillen. Es ist ein bisschen, als wäre man in einem kleinen Vakuum gelandet, in dem sich alles in einem eigenen Rhythmus bewegt, der einen irgendwie mitzieht und förmlich zur Entspannung zwingt. Die friedliche Atmosphäre beeinflusst das Befinden aller und spiegelt sich in dem Umgang der Schüler und Lehrer untereinander wider. So wird man mit sehr großer Gastfreundschaft und Respekt, aber auch mit Witz und Offenheit behandelt. Da bleibt nicht viel Platz für negative Gedanken oder selbstbezogenes Denken.

Wegen der Sprachbarriere finden viele Gespräche über Zeichensprache statt. Es ist wirklich erstaunlich, wie gut man sich doch ohne Worte verständigen kann. Zudem erhält die Kommunikation einen sehr urtümlichen und einfachen Charakter. Man beschränkt sich auf das Wesentliche, was ich persönlich sehr angenehm finde. Natürlich arbeite ich auch an meinem bisher sehr brüchigen Thai. Da man allerdings gezwungenermaßen reden muss, lernt man schnell dazu!

Mirko auf der Slackline

Meine erstes Gefühl, nach drei Tagen in der School For Life, ist also sehr positiv. Es ist noch idyllischer und friedlicher, als ich es mir vorgestellt habe. Die schöne Atmosphäre der Freundlichkeit, Offenheit und des Wohlwollens lässt einen schnell den Alltagsstress vergessen und öffnet den Blick für die wesentlichen, wichtigen Dinge. Ich beginne mich zunehmend meinen Hobbys wie Zeichnen und Gitarre spielen wieder zuzuwenden und plane auch schon mögliche Ansätze zum Bau der Kletterwand, einfach weil plötzlich Zeit und Energie da ist. Ich bin gespannt, wie sich die Dinge entwickeln, wenn die Kinder aus den Ferien zurückkommen und die Schule wieder losgeht.

Unter der Aufsicht von neugierigen Kindern habe ich auch bereits die erste Slackline aufgebaut. Anfangs noch etwas unsicher turnen die ersten Schüler bereits mit viel Können darauf herum !!