Rückblick zur Projektvorbereitung

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Nach der ersten kurzen Vorstellung zu meiner Person will ich ich in diesem Beitrag auf die praktische Seite der Vorbereitung eingehen. Sprich, worauf man zu achten hat, was allgemeine Schwierigkeiten sind und mit welchen Dingen man sich auseinandersetzten sollte bzw. muss. Zudem will ich auch zeigen, was mir persönlich in der Vorbereitung aufgefallen ist, was gut und was weniger gut funktioniert hat. Dazu muss ich noch sagen, das dieses Résumé natürlich nur aus meinen eigenen Erfahrungen hervorgeht, also keine Richtlinie für eine derartige Planung darstellt. Sollte es jedoch helfen, dem ein oder anderen die Reisevorbereitung zu vereinfachen, dann bin ich bereits mehr als glücklich :)

Viel Spass beim Lesen diese verhältnismäßig eher langen Beitrags. Aber man muss bei so einer Reise eben doch an an einiges denken!

Vor ca. einem halben Jahr begannen erste ernsthafte Gespräche zur Reise- und Projektvorbereitung. Da ich mich zu diesem Zeitpunkt noch ziemlich im Abistress befand, hatte ich wenig Energie und Zeit für anderes, hinzu kam noch, dass mir die Reise nach Thailand noch sehr fern vorkam. Der Gedanke, ein halbes Jahr in einem Schulprojekt in Thailand zu verbringen, wirkte einfach noch etwas surreal und fremd. Das ist auch ein Gefühl, welches die ganze Vorbereitung begleitet hat. Es fehlt einfach ein bisschen der konkrete Bezug zu dieser fernen und fremden Kultur.

Natürlich kann man über Reiseführer, Berichte, Erzählungen und Bilder viel über die Region und das Projekt erfahren, das man besuchen möchte. Dennoch, die wirkliche Umgebung, das Gefühl dort zu sein und die Art, mit der die Thais ihren Alltag bestreiten, bleibt einem bis auf wenige Annekdoten verborgen. Diese bestehende Ungewissheit bzgl. des “Wie” und “Was” dort wirklich ist, macht es einem als “deutschem Durchplaner” schwer, wirklich zu tun, was wir nicht lassen können: Eben alles im Vorhinein zu planen. Witzigerweise ist es genau dieses Problem, was wiederum eine für mich sehr begrüßenswerte und schöne Seite der Thais wiederspiegelt, nämlich ihre Spontanität und Gelassenheit.

So musste ich mich also erst einmal mit dem Gedanken anfreunden, beim Planen darauf zu achten, dass ich vieles sowieso nicht planen kann. Wozu also überhaupt der ganze Stress ?

Trotz der so entstehenden eingeschränkten Planungsmöglichkeiten blieben mir bzw. uns die notwendigen Schritte natürlich nicht erspart, die ich der Einfachheit halber hier aufliste:

  • Ersten Kontakt mit den Verantwortlichen vor Ort aufnehmen: in meinem Fall mit Mr. Jo – Ground and Communication Manager der SfL Chiang Mai. Ich schickte ihm eine kurze Vorstellung meiner Person und meiner Hobbies, damit wir auf dieser Grundlage und zusammen mit der Stiftung entscheiden konnten, welche Aufgabe für mich am besten passt.
  • Warnungen des auswärtigen Amtes durchlesen: Ist eine Reise überhaupt möglich? Welche Gebiete sollte ich besser meiden? Mit welchen Gefahren und Krankheiten muss ich rechnen?
  • Einreise- und Aufenthaltsbedingungen erfüllen: Reisepass, Aufenthaltsbestätigung der Schule,  Visum (als Tipp: Für längere Aufenthalte als Volontär ein Non-Immigrant Visum, am besten in Stuttgart beantragen. Dort bekommt man es sofort ausgestellt und dort sind sie wesentlich unkomplizierter und auch günstiger als in Basel)
  • Flugticket kaufen: Welches Reisebüro? Welche Fluggesellschaft? Feste Flugdaten oder Open Return? Reiserücktrittsversicherung? Günstig oder Gut?
  • Informationen sammeln über Land und Kultur: Soziale No-gos, Sitten, Religion, Gesellschaftsstruktur, Geographie, Geschichte usw… je mehr man liest, desto mehr bekommt man ein ungefähres Bild darüber, wie es sich dort lebt. Das ist für das eigene Wohlgefühl sicherlich von Vorteil.
  • Versicherungen: Unfall-, Haftpflicht- und Krankenversicherung für das Ausland abschließen.
  • Finanzielle Versorgung vor Ort: Kreditkarte ist am einfachsten im Ausland, DKB-Bank ist sehr gut geeignet dafür: Pre-Paid Konto mit kostenlosen Bezahlen und Abheben im Ausland.

Je näher man dem Abflugdatum kommt, desto wichtiger und spezifischer wird die genauere Planung des Projektes und der Reise:

  • Material kaufen: In meinem Fall Klettergriffe für die projektierte Kletterwand und Slacklines preiswert über das Internet.
  • Ungefähre Planung: Wo passt die Kletterwand hin? Welches Werkzeug brauche ich?
  • Klimabedingungen und andere mögliche Schwierigkeiten vor Ort bedenken: Welche Klamotten nehme ich mit? Welche Tasche ist sinvoll: Rucksack oder Trolley?
  • Sonstige wichtige Kleinigkeiten: Lange Hosen, Sonnenschutz, Kulturbeutel, Sonnenbrille, Handtuch, Kopfbedeckung etc.
  • Reiseapotheke: Kohletabletten, Schmerzmittel, Antibiotika, Wasserreinigungstabletten, Verbandszeug, Mosquito-Schutz, Lausmittel (in der Schule offensichtich sehr hilfreich), Desinfektionsspray, Antiallergikum …
  • Ankunftstag in Chiang Mai, erste Nacht, erste Woche …
  • Mögliches Übergepäck? Fahrt nach Frankfurt (Flughafen)?
  • Diebstahlschutz, Brusttasche, Geldbörse, Notfallreserve.

Ich könnte diese Liste sicher noch sehr verlängern, aber das ist ja auch nicht der Sinn der Sache. Die wesentlichen Punkte meiner Reisevorbereitung sind drin. Alles in allem lässt sich sagen: Obwohl ich eigentlich wirklich nicht der geplanteste Typ bin, hat (bis jetzt zumindest) alles sehr gut funktioniert. Auch wenn die Kommunikation mit den Beteiligten zuweilen etwas mühsam war, hat sich am Ende doch alles geklärt. Und das tut es ja eigentlich auch immer.

Wichtig ist: Nicht zu viel aber auch nicht zu wenig Stress machen. Die wichtigen Dinge (erste Liste) frühzeitig angehen, dann hat man schon mal den obligatorischen Teil erledigt und kann sich auf kleinere, konkrete Dinge konzentrieren. Lieber ein bisschen zu vorsichtig als nachlässig sein, aber auch nicht für den Überlebenskampf im Dschungel planen. Man ist ja heutzutage durch das Internet sowieso niemals richtig auf sich alleine gestellt.

So weit so gut. Von mir aus kann es losgehen! Ein bisschen aufgeregt bin ich natürlich schon, aber das ist ja auch gesund. Außerdem wäre es ja langweilig, wenn man schon im Vorhinein alles weiß. Alle weiteren Bedenken verblassen bei der Vorfreude.

Das nächste Mal melde ich mich dann aus Thailand!

Bis dahin, Bai Bai !

euer Mirko