Volontäre | Bericht Februar 2015

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Ramona Moser und Sarah Dietze waren als Volontäre vom September 2014 bis Februar 2015 in der School for Life

September/Anfang Oktober (bis Midterm-holidays):

  • Ankommen, Orientieren
  • Bei unserer Ankunft werden wir sofort gefragt, ob wir Englisch unterrichten können/wollen. Wir übernehmen den Englischunterricht der Klassen P1-P6, je eine Stunde die Woche.
  • Wir beobachten das Sportverhalten der Kinder am Nachmittag, um dann ein passendes regelmäßiges Training anzubieten. Wir entscheiden uns für Basketballtraining für die älteren Mädels sowie „Kleine Spiele“ für die Kindergartenkinder, je 1-2 Stunden die Woche. Die letzten zwei Wochen vor den Ferien starten wir mit unserem Programm.
  • Betreuung von 5 Jungs bei ihrer Hörtherapie. Bei den Jungs wurden Konzentrationsprobleme auf Grund von Hörproblemen diagnostiziert. Sie müssen 12 Wochen lang je 10 Minuten täglich Entspannungsmusik hören. Die Jungs kommen zu uns, bzw. wir sammeln sie nacheinander ein
  • Einmal die Woche nach dem Morning Call tanzen wir mit allen Kindern einfache Mitmachtänze. Wir haben die Idee, dass wir alle 2-3 Wochen einen neuen Tanz einführen, dass wir am Ende ein ganzes Repertoire haben
  • Wir möchten mit den Kindern beim Chiang Mai Marathon im Dezember teilnehmen. Auf Anfrage beim Veranstalter dürfen alle Kinder umsonst mitlaufen. Wir lassen alle Kinder, die mitmachen wollen, in Listen eintragen und starten mit diesen das Training in zwei Gruppen (10km- und 3km-Läufer) an zwei Morgen jeweils um 6 Uhr
  • Wir machen mittwochs mit Paula (Gast aus Kolumbien) einen Merengue-Tanzkurs mit den älteren Kindern, sie sind begeistert dabei. Idee ist es nach den Ferien weiter Tanzen für die älteren Mädels anzubieten

Ende Oktober/November (nach den Ferien)

  • Fortführen des Englischunterrichts. Wir behandeln jede Woche eine Sportart. Mit den Jüngeren lernen wir vor allem schreiben (Buchstaben), mit den älteren versuchen wir zu lesen; beides ist oft mühsam und macht langsam Fortschritte. Der Unterricht an der SfL fällt oft auf Grund von anderen Aktionen spontan aus.
  • Fortführen der Mitmachtänze dienstags nach dem Morning Call, die Kinder sind mit Freude dabei
  • Fortführen der Hörtherapie
  • Wir wollen unser Sportprogramm fortführen. Die älteren Mädels sind leider doch nicht fürs Basketballtraining zu begeistern, wir entscheiden uns zwei Mal die Woche (mittwochs und donnerstags) Volleyballtraining anzubieten, auch wenn wir dann andere Kinder vom Volleyballplatz vertreiben müssen. Darauf springen die Mädels an, auch wenn man sie vor jedem Training abholen muss. Die anderen Kindern finden auch so Platz zum sporteln J
  • Anfang November ist eine Reisegruppe aus Deutschland zum 10-jährigen Jubiläum in Thailand. Wir reisen drei Tage mit der Gruppe und ca. 10 Kindern durch den Norden (über Chiang Rai bis nach Khong Khaen)
  • Fortführen des Marathontrainings. Wir erinnern die Kinder jeweils am Tag davor. Mal klappt es besser, mal schlechter, dass alle kommen.
  • Aktualisierung der Child Profiles mit aktuellen Bildern und Zuordnung zu Klassen.
  • Ende November finden die English-Days an der Schule statt. Wir bereiten eine „Welcome to SfL“-Powerpointpräsentation vor und begrüßen die Gäste. Außerdem betreuen wir eine Station beim Aktivnachmittag. Es gab zunächst Kommunikationsprobleme mit den Sportlehrern. Es war ihnen nicht klar, dass wir die Station vorbereiten, somit war die Station doppelt besetzt. Wir haben uns dann aber einfach abgewechselt.
  • Ende November basteln wir die Weihnachtskarten für die Paten mit den Kindern

Dezember

  • Fortführen des Englischunterrichts
  • Fortführen der Mitmachtänze dienstags nach dem Morning Call, die Kinder sind mit Freude dabei
  • Fortführen des Marathontrainings, außerdem kaufen wir mit Spendengeldern Laufschuhe für alle Kinder, die am Marathon teilnehmen. Wir haben die Schuhgrößen davor aufgeschrieben und sind dann mit einem Sportlehrer einkaufen gegangen, leider haben nicht alle Schuhe sofort gepasst, da die Kinder teils falsche Schuhgrößen angegeben hatten. Gegen Ende ließen sich die Kinder immer schwerer morgens um 6 Uhr zum laufen motovieren; teilweise war nur die Aussicht nach neuen Schuhen Motivation. Am Marathon haben dann letztendlich 37 Kinder teilgenommen und waren auch teils sehr erfolgreich. Mit dem Geld der step-Stiftung konnten wir die Fahrt nach Chiang Mai finanzieren.
  • Fortführen des Sportprogramms (Kleine Spiele und Volleyballtraining)
  • Da viel über Geldmangel an der Schule diskutiert wird, überlegen wir Volontäre uns, wie man die Guestarea publik machen kann. Leider stellt sich das ganze nicht als so einfach heraus. Ein Gast, der hier vor Ort war, hat mehrmals versucht die Schule auf Trip Advisor zu stellen, leider ohne Erfolg. Wir haben auch Stephan Loose und Lonely Planet angeschrieben. Vielleicht kommt von denen in der nächsten Zeit jemand vorbei oder meldet sich. Es wäre durchaus sinnvoll in dieser Richtung weiterhin aktiv zu bleiben und Kuhn Ae zu unterstützen. Eventuell wären auch Flyer oder ähnliches denkbar, welche dann in Chiang Mai ausgelegt werden könnten?!
  • Da die Facebookseiten (deutsche und englische) der SfL aus Deutschland aus wenig gepflegt werden, dachten wir, dass es sinnvoll ist, wenn das Volontäre vor Ort übernehmen und vom aktuellen Geschehen an der Schule berichten. Leider haben wir bis zum Ende unserer Zeit an der Schule keine Zugangsdaten bekommen. Auch hier wäre es toll, wenn das von Volontären weiterverfolgt wird.
  • Am 3. Advent eröffnen wir die Weihnachtsbäckerei. Wir machen Butterplätzchen und Kokosmakronen. In vier Gruppen backen wir den ganzen Nachmittag in der Backstube neben der Mensa mit den Kindern und abends in der Assemblyhall singen wir mit allen Weihnachtslieder und verteilen die Plätzchen. Nach 5 Minuten ist alles weg J

Januar:

  • Fortführen des Englischunterrichts. Da im Januar besonders viele „außerunterrichtliche“ Aktionen stattfinden, fällt der Unterricht besonders oft aus, was wir Volontäre leider oft erst mitbekommen, wenn wir in Richtung Klassenzimmer unterwegs sind
  • Fortführen der Mitmachtänze dienstags nach dem Morning Call, die Kinder sind mit Freude dabei. Wir leiten die älteren Mädels an, das Tanzen weiterzuführen, sobald wir weg sind, hierfür treffen wir uns einmal mit ihnen und machen einen „Intensivkurs“
  • Fortführen des Sportprogramms (Kleine Spiele und Volleyballtraining)
  • Wir unterstützen Ulf Pape beim Massagekurs für die Klasse M2, er war bereits im Januar 2013 da. Der Kurs war also ein Wiederholungs-, bzw. Intensivkurs für die Kinder.
  • Wir kaufen mit dem Geld der step-Stiftung zusammen mit dem Sportlehrer Kuhn Nong neue Sportmaterialien (Bälle, Netze, etc.)
  • Zusammen mit Familie Johnen machen wir an einem Abend Stockbrot mit allen Kindern.
  • Da das Volleyball/Fußball-Turnier gegen eine andere Schule bereits zwei Mal verschoben wurde, gehen wir auf eigene Faust nach Doi Saket in die Schule und fragen an, ob Interesse an einem Mädels-Volleyballturnier besteht. Wir vereinbaren einen festen Termin Anfang Februar.

Anfang Februar:

  • Wir streichen die Markierungen des Volleyballfelds neu
  • Das geplante Turnier an der SfL gegen die Schule aus Doi Saket findet statt. Wir haben uns die Vorbereitungen dafür mit den Sportlehrern aufgeteilt. Wir organisieren Wassermelone und Wasser für alle Sportler und Eis für nach dem Turnier. Außerdem betreuen wir das Mädelsvolleyballteam. Die gesamte Schule ist am Sportplatz und unterstützt ihre Mannschaft. Wir gewinnen verdient mit 3:1. Die Mädels sind mit viel Motivation dabei und freuen sich über ihre neuen Trikots, die sie vom SC Freiburg geschenkt bekommen haben und nun als Teamtrikot nutzen können
  • Für unseren Abschied haben wir eine Bildershow vorbereitet. An unserem letzten gemeinsamen Abend hier treffen wir uns mit allen Kindern in der Assemblyhall, zeigen die Bilder, haben ein paar Melonen und Kekse dabei und tanzen zum Schluss nocheinmal die Tänze, die wir ihnen beigebracht haben

Allgemeines:

Neben den Aufgaben und Aktionen wie oben beschrieben, haben wir versucht, uns in den Schulalltag einzubringen und daran teilzunehmen. Wir waren bei Meetings der Lehrer dabei, an Sonntagen beim Gottesdienst, wenn Gäste da war, haben wir diesen die Schule gezeigt, wenn andere Schulen für Aktionen da waren, haben wir die Lehrer bei Spielangeboten unterstützt, haben nachmittags und am Wochenende mit den Kindern auf dem Sportplatz getobt, usw…. Auf diese Weise haben wir die Kinder, Lehrer und die Schule noch auf eine andere Weise kennengelernt.

FAZIT:

Insgesamt hatten wir eine wunderbare Zeit an der School for Life. Je länger man jedoch hier ist, desto genauer bekommt man Einblicke in die Arbeitsweise der Thais. Hier läuft alles etwas langsamer und weniger hektisch als in Deutschland. Das Bedürfnis am Anfang ständig etwas machen zu müssen, hat sich recht schnell gelegt, wir sind gelassener geworden.

Es ist nicht immer einfach, wenn zwei Kulturen aufeinandertreffen, wenn man ein völlig unterschiedliches Verständnis bezüglich machen Dingen hat. Schlimm ist es manchmal, wenn man sieht was alles nicht so gut läuft und man als „machtloser“ Volontär oft nichts dagegen tun kann. Wir haben gelernt, dass wir uns manchmal einfach damit abfinden müssen, dass wir nicht verstehen, wie manches funktioniert oder organisiert wird. Außerdem läuft oft nicht alles, was man geplant hat, wie man es sich vorstellt. Man muss sehr spontan und flexibel sein und sich irgendwie damit abfinden, dass man nicht selbstverständlich über Aktionen an der Schule, die vom Plan abweichen, informiert wird.

Wenn man längere Zeit hier an der Schule ist, kommt man wohl nicht drum herum, sich emotional auf die Situation hier einzulassen. Auch wenn es manchmal ein bisschen frustrierend ist, überwiegen letztendlich der Spaß und die Freude, die man hier mit den Kindern hat. Man ist glücklich, wenn man die Kinder lachen sieht. Und das tun sie fast immer! Es ist wirklich schön hier mit den Kindern zu leben und sich hier einbringen zu können. Wir fühlen uns hier wohl, was auch an der Freundlichkeit und Herzlichkeit der Thais liegt.

Wir können jedem nur empfehlen hier selbst seine Erfahrungen zu machen, es lohnt sich auf jeden Fall! Man verbringt viele tolle Momente mit den Kindern und lernt jede Menge!