Weiterbau am Spielplatz 2012

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Jannis Kuppel schickte uns seinen Bericht

Nachdem ich meine erste Woche mit einem Freund bei seiner Familie in Nan verbrachte, fuhr ich am Sonntag, den 25. März nach Chiang Mai. In dieser Woche verabredete ich mich dann mit Adjaan Manoon (Lehrer/Direktor) in einem Café in Chiang Mai, da er gerade geschäftlich in der Stadt war.

Dieses Treffen lief sehr erfreulich. Wir haben uns von Anfang an gut verstanden und Adjaan Manoon erzählte mir die letzten von den Veränderungen in der School for life. Er selbst ist als Kind in einem ähnlichen Projekt aufgewachsen, er kennt also aus persönlicher Erfahrung die Umstände in einer solchen Schule.

Nach einem längeren Gespräch über die Probleme und Möglichkeiten in der SfL erklärte ich ihm dann, was ich während meines kurzen Aufenthalts in der SFL geplant habe. Wir verabredeten uns für den nächsten Morgen in der Schule, für einen ersten Rundgang meinerseits und einem Treffen mit Kru Dtim. Dieses hat dann doch nicht stattgefunden, da Sie kurzfristig nach San Kampaeng zu ihrer Familie gefahren ist, dennoch konnte ich mir einen Überblick über die aktuelle Situation verschaffen und in meinem Kopf mir schon mal einen ungefähren Arbeitsplan aufstellen. Zu meiner Überraschung waren die Hölzer, die ich bei meinem letzten Aufenthalt besorgte immer noch komplett vorhanden. Auch waren alle Hölzer, mit Ausnahme von einem, in einem sehr guten Zustand, sodass wir uns darum erst nicht um die Beschaffung neuer Hölzer kümmern mussten.

Da ich aus den Fehlern meines letzten Aufenthalts in der SFL gelernt hatte, fertigte ich mir einen genauen Plan an, mit den einzelnen Schritten die getan werden müssen. Da die wenigen Arbeiter, welche sich in der Schule aufhielten viele andere Dinge zu tun hatten, musste ich mich erst mal um Helfer kümmern. Ich habe glücklicherweise viele Freunde in Chiang Mai, welche sich über ein wenig Abwechslung und körperliche Arbeit freuen und ihre Arbeitskraft gerne gegen ein kostenloses Mittagessen und einem kaltem Feierabendbier eintauschen. Auch gibt es in meinem Guesthouse auch immer ein paar Reisende, die sehr daran interessiert sind, das Land mal fernab der Touristen Touren und der Städte kennen zu lernen. An Arbeitskräften sollte es also nicht mangeln.

Wie man auf den Fotos erkennen kann, wurden die Fundamente wieder in die Löcher geworfen und mit Erde aufgefüllt, der erste Schritt war es also diese wieder auszugraben. Ich wusste noch allzu gut, was das für eine harte Arbeit war, all diese Löcher auszuheben, also plante ich dafür einen ganzen Tag ein.

Ich suchte mir also ein paar Helfer und wir machten uns morgens mit unseren Rollern auf in die SFL. Meine Helfer waren 2 Gäste aus dem Guesthouse und David, ein guter Freund von mir, der mir auch als Übersetzer diente. An diesem Tag hatte ich auch das Treffen mit Kru Dtim, aber dazu komme ich später. Der Arbeiter Samphan und Kru Dtim kamen uns später auch noch zur Hilfe. Da die rote Erde um diese Jahreszeit steinhart ist, stellten wir uns dieses Mal etwas schlauer an und nahmen uns einen Wasserschlauch zur Hilfe. Das hatte zwar zur Folge, dass wir innerhalb kürzester Zeit mit rotem Matsch eingeschmiert waren, aber dafür war es halbwegs „leicht“ die Erde aus den Löchern zu schaufeln.

Die Betonfundamente sind ungefähr 90cm hoch und dementsprechend schwer. Zum Rauswuchten der Fundamente steckten wir eine lange Schraube in die dafür vorgesehenen Löcher und steckten einen Holzstab darunter durch, so dass wir ihn so rausheben konnten. Nach ungefähr 5 Stunden hatten wir alle Fundamente rausgehoben und machten uns müde auf den Rückweg.

Für den nächsten Schritt war es vorgesehen, die einzelnen Löcher aneinander anzupassen und einen halbwegs ebenen Grund zu schaffen. Wir waren morgens erst zu dritt, David, Tom und ich, trafen aber auf dem Weg in die Schule an einer Ampel noch Frank, einen Freund von David, der sich kurzerhand überreden ließ gegen ein paar Bier am Abend uns zur Hand zu gehen. Wir waren also wieder ein bunt gemischter Haufen, mit einem Thai, einem Amerikaner, einem Australier und einem Deutschen.

Dieses Mal konnten wir kein Wasser zum Auflockern benutzen, da die schweren Fundamente sonst später zu sehr eingesunken wären und das ganze leveln für die Katz gewesen wäre. Wir buddelten also erst alle Löcher auf die ungefähre gleiche Höhe und stellten nach und nach die Fundamente hinein um sie, von einem Fundament ausgehend, gegenseitig aus zu leveln. Das hört sich einfach und nach einem geringem Zeitaufwand an, aber wenn man einzelne Fundamente drei Mal hintereinander wieder rausheben darf, um noch ein paar Zentimeter raus zu graben, zieht sich das dann doch einige Stunden. Auch an diesem Tag waren wir ca. 5-6 Stunden beschäftigt.

Wir haben es also geschafft, nach 2 Tagen, die Grundlage für das Klettergerüst zu erneuern, was nach meinen letzten Erfahrungen schon mal ein großer Erfolg für mich war. Ich habe mich währenddessen auch mit der Firma, welche die Rutschen herstellt in Verbindung gesetzt und in Absprache mit Berndt ein Modell ausgewählt und in Auftrag gegeben dieses herzustellen und nach Chiang Mai zu bringen, da die Firma ihren eigentlichen Sitz ein paar Stunden außerhalb von Chiang Mai hat. Doch nun war erst mal Wochenende, an welchem ich mit ein paar Freunden die Dekoration eines Festivals am See von Chiang Mai machen durfte, also direkt weiter mit dem Arbeiten, wenn auch eine etwas andere Art…

Am darauffolgenden Montag ging es dann wieder mit neuer Energie in die Schule. Für diesen Tag war dann das Füllen der Löcher mit Beton, damit diese fixiert sind und wir bald mit dem Aufstellen der Hölzer beginnen konnten. An diesem Tag hatte ich Hilfe von Non, einem guten Freund aus Thailand und meinem irischen Zimmermann Ronnie, der mir auch schon im vorherigen Jahr bei der Fertigstellung der beiden Schaukeln geholfen hat. Ohne seine tatkräftige Unterstützung und sein Fachwissen, wäre es wahrscheinlich auch dieses Mal schwierig geworden den Plan einzuhalten. Während wir auf den bestellten Beton, die Steinmischung und auf den Sand warteten, fingen wir schon einmal damit an, die Hölzer zurecht zu schneiden.

Danach mischten wir dann den Beton und fingen an die Löcher damit aufzufüllen. Ich musste an diesem Tag schon früher zurück in die Stadt, da heute die Rutsche nach Chiang Mai geliefert werden sollte. Also begab ich mich auf den Rückweg, während Ronnie und Non sich um die restlichen Löcher kümmerte.

Die Rutsche wurde dann in unser Guesthouse geliefert, da die Mitarbeiter der Firma am selben Tag noch zurück fahren mussten. Die Rutsche stellte sich im Endeffekt als eine, im wahrsten Sinne des Wortes, „kleine“ Enttäuschung heraus, da Sie wirklich nicht sonderlich groß war. Aber die Kindergartenkinder der SFL werden trotzdem ihren Spaß damit haben. Und die Kinder in unserem Guesthouse auch…

Am nächsten Morgen kam Adjaan Manoon mit dem Fahrer Poo Tap zu unserem Guesthouse, um die Rutsche in die Schule zu bringen. Drei weitere Gäste wollten an diesem Tag auch mitkommen, um die Schule zu sehen und ein wenig zu helfen, also fuhren Sie mit im Pick-Up in die Schule. Ronnie und Non waren auch schon aufgebrochen um weiter an den Hölzern zu arbeiten, während David und ich noch ein paar Werkzeuge und Bohrer kaufen mussten. Als wir in die Schule kamen, hatten die drei Helfer vom Guesthouse bereits alle Fundamente mit Erde bedeckt. Ich suchte danach einen Platz für die Rutsche aus, an welchem Sie dann anfingen kleine Löcher für ein Fundament vorzubereiten. Gleichzeitig kümmerten wir uns um die Vorbereitung der Hölzer. Da ich es nirgendwo geschafft hatte eine Motorsäge zu besorgen, durften wir uns wieder von Hand daran machen die Enden der Hölzer gerade zu sägen. Am Nachmittag begannen wir dann, die ersten Hölzer aus zu stellen und zu befestigen, mit dem Plan die restlichen vier am nächsten Tag aufzustellen, alles mit den Kletterelementen zu verbinden und das Projekt abzuschließen. Aber so glatt lief es dann natürlich nicht…

Da es für mich am 16.4. wieder heimwärts geht und ab dem 12.4. das Thailändische Neujahrsfest (Songkran) beginnt, war der Mittwoch, der 11.4. der letzte planmäßige Tag in der SFL. Heute wollten wir die restlichen Hölzer aufstellen, diese mit den Holzstangen und Seilen verbinden und den letzten Sicherheitscheck machen. Aber ich habe ja schon gute Erfahrungen mit solchen Arten von Zeitplänen gemacht und hätte es eigentlich besser wissen sollen.

Zuerst wollte ich die passenden Muttern, für die Schrauben der Seile und des Netzes besorgen, da die Gewinde davon aber enger sind als die von thailändischen Schrauben, waren keine passenden Muttern zu bekommen, also irgendwie improvisieren. Kurz darauf ist uns, beim Aufstellen des letzten Pfostens der Bohrer abgebrochen und die Bohrmaschine wollte irgendwie auch nicht mehr so richtig, was bei 39° auch irgendwie verständlich ist…
Meine Laune viel Stunde um Stunde, denn es wurde immer offensichtlicher, dass wir keine Chance haben das Klettergerüst heute fertig zu stellen. Da am nächsten Tag der inoffizielle große Start den Songkran Festes war, wäre es ohnehin schwierig geworden überhaupt bis in die Schule zu kommen und für meine Helfer war es eigentlich auch klar, dass wir erst nach dem Fest am 16. weiterarbeiten würden. Dummerweise war dies auch mein Abreisetag. Wir fingen also an zu überlegen, welches die alternativen wären und unsere einzigen Einfälle waren entweder einen Rollerunfall zu inszenieren und mich so in Thailand zu behalten oder zu versuchen meinen Flug umzubuchen. Da ich keine Reiserücktrittsversicherung abgeschlossen hatte entschieden wir uns für die zweite Option. Ich kontaktierte also Berndt und setzte all meine Hoffnungen auf das Reisebüro. Meine Laune besserte sich allmählich und wir genossen unseren Feierabend zwischen unseren neu errichteten Marterpfählen.

Leider hat das Umbuchen nicht geklappt und ich stand wieder vor dem gleichen Problem. Ich hatte über die letzten Tage so viel Energie in dieses Projekt gesteckt und wir sind innerhalb dieser kurzen Zeit so weit gekommen, dass ich auf keinen Fall dieses Projekt halb beendet lassen wollte. Zu meinem großen Glück, erklärte sich Ronnie, als er hörte dass ich nicht bleiben konnte, sofort dazu bereit, das Projekt für mich zu beenden. Und es gibt wirklich niemanden, dem ich diese Arbeit lieber anvertrauen würde als Ronnie. Er verabredete also mit Non, dass sie nach meiner Abreise weiterhin in die Schule gehen würden und das Gerüst fertig stellen würden.
Am Tag meiner Abreise, fuhr ich früh morgens zusammen mit Ronnie noch einmal in die Schule, um genau durch zu gehen, was noch zu tun ist, auf was noch geachtet werden muss und wie wir uns das fertiggestellte Objekt vorstellen. Ich gab ihm noch ein wenig Geld, für weiteres Material und seine zu deckenden Kosten, für das Leihen eines Rollers und Verpflegung. Danach kontaktierte ich Adjaan Manoon, um das Zustimmung von seiner Seite zu bekommen, das meine beiden Freunde weiterhin in die Schule kommen würden, was für ihn kein Problem war.
Ich konnte mich also guten Gewissens auf meinen Heimweg machen. Zurück in Freiburg, bekam ich drei Tage später die Nachricht von Non, dass die beiden, nach nur zwei Tagen Arbeit, das Klettergerüst fertig stellen konnten. Innerhalb der nächsten Tage werde ich die Fotos davon, von Adjaan Manoon zugeschickt bekommen und in diesen Bericht einfügen.

Fazit:

Ich würde sagen, dass ich einiges aus meinen Fehlern vom letzten Mal gelernt habe. Ich habe gemerkt, wie wichtig es ist, genauestens die einzelnen Arbeitsschritte zu planen. Doch nur mit der Erfahrung, welche ich bei meinem letzten Aufenthalt gesammelt hatte, war es mir möglich, diese Schritte auch realistisch einschätzen zu können. Natürlich war es auch dieses Mal wieder der Fall, dass nicht alles genau so funktioniert hat wie ich es mir vorgestellt habe, doch bin ich dem doch sehr nahe gekommen. Trotzdem muss ich sagen, dass ich das alles ohne die Unterstützung meiner Freunde, vor allem Non, Ronnie und David, niemals so gut auf die Reihe bekommen hätte. Aber nun weiß ich, dass ich für eventuelle weitere Projekte Freunde in Chiang Mai habe, auf die ich mich verlassen kann und die mir immer wieder helfen würden.