Wie kommt die SfL zu einem Spielplatz?

Nachdem wir die Sportplätze in der School for Life geplant und finanziert hatten, bat uns die Leitung der Schule, doch auch eine Spielmöglichkeit für die kleineren Kinder zu schaffen.

Bei Besuchen vor Ort hatten wir immer mal in Chiang Mai Ausschau nach geeigneten "Vorlagen" gehalten - und waren doch sehr enttäuscht: für Kleinkinder wurden wenige und dazu noch lieblose Spielplätze gebaut, fast alle aus Metall-Geräten, gerne in der Ausführung Panzer oder Düsenjäger. In unserer Vorstellung sollten es eher Schaukeln, Klettergerüste und Balanciergeräte werden, die nicht nur den Kindern Spaß bringen, sondern sie auch motorisch vielfältig fordern. Also nahmen wir uns die meistbesuchten Spielplätze in Freiburg zu Vorlage und ermittelten in Deutschland die Herstellerfirmen. Sik-Holz war uns sehr behilflich in der Planung, denn sie haben vielfältige Erfahrung im Aufbau nicht nur in Deutschland. Wir zeichneten, definierten dem Umfang und stimmten schließlich alles mit der SfL ab.

Wir entschieden uns für die Lieferung aller sicherheitsrelevanten Teile (Schaukeln, Körbe, Seile, Ketten, Schrauben und Verbindungen) aus Deutschland, die Traggestelle sollten aus Holz direkt in Thailand besorgt werden. Wir gingen von einem Aufbau nach den mitgelieferten Planskizzen durch Mitarbeiter vor Ort aus. Die Lieferung auf Paletten klappte auch nahezu perfekt - nur die Umsetzung vor Ort erwies sich als so nicht zeitnah realisierbar. Unsere Vorstellungen wurden als zu zeitaufwendig betrachtet, es gab keine Erfahrung mit dieser Art von Spielplätzen - kurz und gut: der Aufbau steckte fest.

Es bewegte sich nichts mehr, bis Jannis Kuppel nach seinem Abitur eine sinnvolle Beschäftigung suchte. Wir konnten ihn begeistern, als Praktikant für die Stiftung nach Thailand zu reisen, um den Spielplatzaufbau endlich voranzubringen. Mit beeindruckendem Engagement hat er die Herausforderung angenommen, sich handwerkliche Kenntnisse angeeignet, wirklich geeignete Holz-Stämme aufgetrieben, immer wieder Mitarbeiter der SfL aber auch eine ganze Reihe von Travellern aus Chiang Mai begeistert, mit ihm das Projekt zu realisieren. Letztlich wurde es  ein sehr internationales Projekt, Zimmerleute aus Dänemark und Irland brachten ihr Fachwissen ein, Youngster aus Thailand, China, Australien usw. kamen immer wieder mit, um beim Aufbau zu helfen. 

Irgendwann stand dann alles, und die Kinder konnten endlich ihren Spielplatz erobern. Jannis und allen 'seinen' Helfern sei Dank! Für uns als Planer in der Stiftung war es toll mit anzusehen, mit welchem Einsatz Jannis so viel bewegt hat. Er blieb schließlich ein ganzes Jahr, begeistert von den Menschen in Thailand und der School for Life.