Das Projekt School for Life | Chiang Mai, Thailand

Seit Gründung der step-stiftung unterstützen wir die School for Life im Norden von Thailand: ein international gefördertes Projekt, das in Thailand Kinder aus schwierigen Verhältnissen aufnimmt und betreut. Unser Schwerpunkt liegt dabei in der Betreuung der Struktur für Sport, Bewegung und Spiel.

Wir haben im Laufe der Jahre neue Sportplätze gebaut, dazu ein Areal mit Spielgeräten für kleinere Kinder, unterstützen die personelle Struktur der Sportlehrer/innen und setzen kontinuierlich Sportprojekte mit Unterstützung von Volontären aus Deutschland um.

Background unseres Engagements

Die School for Life, die 2003 von einer Thailänderin (Thaneen Worrawittayahun) und Prof. Dr. Jürgen Zimmer gegründet wurde, befindet sich eine Autostunde von Chiang Mai entfernt, in einem königlichen Forst. Den ganzen Tag rennen Kinder über das Gelände, lernen, toben oder arbeiten im Garten oder im Haushalt. Das nächste kleine Dorf ist ein paar Kilometer entfernt. Da die Kinder weder ein Fahrrad noch einen Roller oder ein Auto besitzen, können sie die Schule nur zu Fuß erreichen. Entfernungen nehmen eine andere Dimension ein. Automatisch findet viel Bewegung in der freien Natur statt. Durch diese Strukturen auf dem Gelände ist die primäre Assoziation nicht mit einer Schule verknüpft. Vielmehr handelt es sich um eine kleine Ansammlung von Gebäuden und Unterkünften, die in einer wunderschönen Umgebung gelegen sind. Die Klassenzimmer ähneln kleinen Versammlungshallen, deren Türen und Fenster durchweg offen sind.

Es ist ein international gefördertes Projekt, welches in Thailand Kinder aus schwierigen Verhältnissen aufnimmt und betreut. Konzentrierte sich das Projekt anfangs auf Aids-Waisen, so sind mittlerweile auch andere Kinder hinzugekommen: Waisenkinder, die den Tsunami überlebten, Kinder, deren Eltern auf der Flucht im Bürgerkrieg (Myanmar) umgekommen oder verschollen sind, Kinder, die Situationen der Brutalität und Misshandlung entkamen oder Kinder der Bergstämme aus entlegenen Gegenden der Grenzregion, die kaum die Chance hatten, eine Schule zu besuchen. Zu einem besseren Verständnis empfehlen wir, Berichte der Kinder auf der Homepage der School for Life zu lesen.

Die Zusammensetzung der Kinder hat sich seit den Anfangszeiten verschoben: Waren es früher buddhistische Thais, sind es jetzt die Kinder christlich geprägter Ethnien der Bergvölker (Hilltribes). Unter den Schülern und Pädagogen der School for Life sind Buddhisten, Christen, Muslime und Animisten, die vom Ahnenglauben der Bergvölker beseelt sind. Mit der Religionsvielfalt geht die Sprachenvielfalt einher: Lahu, Akha, Lisu und Karen haben ihre eigenen Sprachen. Einige sprechen burmesisch oder das “Nord-Thai”, das mit “Süd-Thai” so viel zu tun hat wie Schweizerdeutsch mit dem Niederländischen.

Die School for Life sichert ihre Existenz, betreut sie psychosozial, bietet eine medizinische Versorgung und will ihnen eine möglichst gute Bildung zukommen lassen. Gegenwärtig leben und lernen dort 140 Kinder und Jugendliche, die von 40 Pädagogen und Volontären aus dem Ausland unterrichtet und betreut werden. Die School for Life ist eine staatlich anerkannte Social Welfare School, die von der thailändischen School for Life Foundation getragen wird. Sie umfasst die Bildungsstufen Vorschule, Primarbereich sowie die Sekundarstufe I. In der thailändischen Verfassung sind 12 Jahre freies Lernen in der Schule garantiert, wobei 9 Pflichtschuljahre vorgesehen sind. Die zwölfjährige Schulzeit ist aufgeteilt in sechs Grundschuljahre und sechs Jahre in der Sekundarstufe, die wiederum in zwei dreijährige Phasen aufgeteilt wird. Von der UNESCO wird das Konzept als “…much needed world class innovative effort in the field of education” und als “new standard of educational excellence for the world community oft the 21st century“ eingeschätzt.

Die Zusammenarbeit mit der School for Life

Als Grundlage der Zusammenarbeit wurde in einem Memorandum of Understanding mit der School for Life im Jahre 2006 vereinbart, dass die step stiftung für die konzeptionelle, personelle sowie infrastrukturelle Entwicklung des Sport- und Bewegungsbereichs verantwortlich ist.

Ziel eines sportdidaktischen Bewegungsangebots ist es ein Curriculum im Rahmen des Lernorts „Körper und Seele“ zu entwickeln, das versucht Gesundheits- und sportpädagogische Angebote mit psychologisch-therapeutischen Angeboten zu verbinden. Das Curriculum umfasst sowohl Sportarten wie Fußball, Takraw, Volleyball, Badminton und Basketball als auch erlebnispädagogische Angebote. Diese Angebote sollen die Kinder und Jugendlichen der Schule darin unterstützen, traumatische Erfahrungen zu bewältigen sowie die multiethnische Integration durch Sport zu fördern. Für Kinder, deren Vergangenheit durch vielfältige traumatische Ereignisse geprägt wurde, bilden körperliche Ausdrucksformen und sportliche Aktivitäten ein wichtiges Ventil zur Verarbeitung ihrer Erlebnisse. Positive Erfahrungen mit und durch Sport wirken sich nachhaltig auf eine resiliente Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen aus. Die Umsetzung von Sport- und Bewegungsangeboten steht im Einklang mit den biographischen Prägungen und soziokulturellen Präferenzen der Kinder der School for Life.

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