Geschlechtergerechtigkeit im Sport – Erfahrungsbericht zur Onlinefortbildung am 15.04.2020

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Die step stiftung sucht und findet Wege, während der Corona-Krise weiterhin in Kontakt mit den kick teamer*innen zu bleiben. Um eine kontinuierliche Qualifizierung des pädagogischen Personals zu gewährleisten, wurden Angebote im Rahmen von step fortbildung in Teilen auf ein E-Learning-Format umgestellt. Die erste Online-Fortbildung fand als kick-off-Workshop am 15.04.2020 zum Thema „Geschlechtergerechtigkeit im Sport“ statt. Geleitet wurde die Fortbildung von Ayla Fedorchenko, die sich als wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für Sport und Sportwissenschaft der Universität Freiburg mit dem Thema Gender aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven auseinandersetzt.

An der Fortbildung nahmen 9 kick teamer*innen teil, deren Rückmeldung zum Online-Format insgesamt sehr positiv ausfällt. Das Einwählen in das Online-Meeting verlief bei 8 Teilnehmenden problemlos. Technische Einschränkungen oder Probleme abseits der Internetverbindung konnten durch eine gute Vorbereitung seitens der Referentin vermieden werden. Mehr noch: Die Teilnehmenden waren begeistert vom Online-Format und den Möglichkeiten, die sich im virtuellen Raum bieten. So arbeitete Ayla bspw. mit Gruppenräumen, in denen die Teilnehmenden sich zeitweise in Kleingruppen zu zweit oder zu dritt austauschen konnten. Der Workshop hatte dadurch fast den Charakter einer herkömmlichen Fortbildung – so die Rückmeldung einiger kick teamer*innen.

Da alle Teilnehmenden eine kick-AG leiten oder in einer solchen hospitiert haben, waren alle bereits mit dem Thema Sport und Geschlecht in Kontakt gekommen. Jede*r hatte – bewusst oder unbewusst – eigene Erfahrungen gesammelt. Diese Erfahrungen konnten zielführend und konstruktiv eingebracht werden, wodurch die Fortbildung zu einer Mischung aus theoretischem Input seitens der Referentin und Praxisbeispielen der Teilnehmenden wurde. Gerade der Austausch über eigene Erfahrungen, die Reflexion der persönlichen Sportsozialisation und die (bisherige) kick teamer*innen-Tätigkeit war sehr wertvoll für die Teilnehmenden und führte zu regen Diskussionen.

Zuvor war befürchtet worden, dass bei einer Anzahl von ca. 10 Personen nicht alle gleichermaßen zu Wort kommen könnten. Diese Befürchtung zerstreute sich jedoch schnell – es gab viele Wortmeldungen von unterschiedlichen Personen, die problemlos koordiniert werden konnten. Ebenso verhielt es sich mit den Vorbehalten in Bezug auf die Nutzung der Technik. Alle Teilnehmenden konnten nach einer kurzen Einführung mit den verschiedenen Tools umgehen und diese fruchtbar nutzen. Hierzu zählte auch die Chatfunktion, die von einigen Teilnehmenden als großer Vorteil des Mediums beschrieben wurde. Es können dadurch Diskussionsfragen oder Impulse in die Gruppe gegeben werden, ohne dass der*die jeweilige Redner*in unterbrochen wird. Gleichzeitig kann der*die Redner*in die Impulse und Fragen gezielt aufnehmen und beantworten – ebenfalls ohne eine Unterbrechung. Die Frage, ob Zwischenfragen erlaubt sind, erübrigt sich durch die Chatfunktion im Online-Format.

Insgesamt konnten die zwei Stunden des Workshops für einen spannenden und inspirierenden Austausch genutzt werden. Die Teilnehmenden haben nun einen Überblick über geschlechtsbezogene Herausforderungen, die im Sport-Kontext aktuell bestehen, welche Chancen der Sport gleichzeitig bietet, um Geschlechtergerechtigkeit zu fördern und wie die gezielte Umsetzung in die Praxis erfolgen kann.

Die Rückmeldung auf die erste Online-Fortbildung der step stiftung war sehr positiv. „Ich war überrascht, wie viel ich trotz oder gerade wegen des Online-Formates mitnehmen konnte. Am Anfang war ich etwas skeptisch, das hat sich innerhalb der ersten 10 min aber schnell gelegt“, so eine Teilnehmerin. Ein wichtiger Aspekt des Feedbacks war zudem, dass die Teilnehmenden trotz aller Zufriedenheit glauben, sie hätten im herkömmlichen Format „mehr mitgenommen“. Die step stiftung nimmt den Spirit des ersten Online-Workshops mit und lässt die Rückmeldungen in die weiteren Planungen – auch nach Corona – einfließen.