Mal was wagen – vom Schwarzwald an den Bodensee

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-Raus aus dem Schulalltag – rein in die Wanderschuhe und raus in die Welt!-

Seit nun bereits neun Jahren ist die Emil-Thoma Realschule in die Projekte der step stiftung freiburg involviert. Erst in die Gemeinschaftsprojekte mit dem Arbeitsbereich Sportpädagogik der Universität Freiburg kick for girls und kick for boys und zukünftig auch in ein Pilotprojekt von step fortbildung (www.step-fortbildung.de).

So lag die Förderung des Projektes Mal was wagen – eine Wanderung vom Schwarzwald an den Bodensee nahe. Insbesondere da wieder eine gehörige Schnittmenge an  Ideen zur Wanderung gemein waren: SchülerInnen aus verschiedenen Klassen und Klassenstufen in Bewegung und Austausch zu bringen. In dem Sinne dass Fremdheitserfahrungen überwunden werden können, Zusammenhalt gestiftet wird und step by step ein konkretes Ziel erreicht wird. Der Bogen schließt sich vollends, indem SchülerInnen aus den eingangs erwähnten Projekten auch an dieser Wanderung teilnehmen konnten.

Wir danken Schulleiter Herrn Muri, Schulsozialarbeiterin Elisabeth Wegerer mit KollegInnenund den fitten SchülerInnen für die Initiierung und Umsetzung solch wunderbarer Projekte!

Dazu freuen wir uns, den eindrücklichen Erfahrungsbericht der SchulsozialarbeiterInnen der Emil-Thoma Realschule hier  zur Verfügung zu stellen:

Dienstag,04.06.2019

Endlich ist es soweit, dass Abenteuer wandern geht los!
Nachdem wir uns  nochmal vergewisserten, dass nichts für die nächsten Tage vergessen wurde, die Wasserflaschen aufgefüllt sind und wir uns von Mitschülern und Lehrkräften verabschiedet haben, wurden die Rucksäcke aufgesetzt und es ging gegen10:00 Uhr los Richtung Wiehre Bahnhof.

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Unser erstes Ziel war Titisee. Dort mit dem Zug angekommen wurde noch schnell ein Startfoto geschossen und schon hieß es: Ab jetzt wird nur noch gewandert, bis wir an unserem Ziel ankommen!
Um vom Titisee zur Wutschschlucht zu gelangen mussten wir uns 7 lange km über den Hochfirst nach Lenzkirch „quälen“. Für manche ist es jetzt schon eine große Herausforderung und auch der letzte Schüler hat erkannt, dass die nächsten Tage anstrengender als Schwimmbad und chillen werden.

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In der Wutachschlucht angekommen sind wir in den Querweg Schwarzwald – Bodensee eingestiegen. Die Schlucht runter auf schmalen Trampelpfaden bis zum Wasser und wieder hoch, sodass man wunderschön 50 Meter  in die Schlucht schauen konnte.

Bei traumhaften Wetter wurden die Pausen genutzt um die Füße von den Wanderschuhen zu befreien und in die kalte Wutach zu halten. Was eine herrliche Abkühlung! Und fühlt sich fast wie Schwimmbad an! Der ein oder andere war auf den glitschigen Steinen nicht mehr zu halten und landetet „ganz ausversehen“ im Wasser.

Nach 7 Stunden und eigentlich nur 17 km (wie sich rausgestellt hat, waren es mehr als 25 km!!) bergauf und bergab quer durch die Wutachschlucht haben wir den ersten Wandertag geschafft! Fix und fertig haben wir die Schattenmühle erreicht. Mit Blasen an den Füßen und aufgeschürften Oberschenkeln, müde und kaputt aber mit einem Lächeln und fast erstaunten Gefühl angekommen zu sein. Die Rucksäcke landeten in der Ecke und es gab direkt Essen. Für jeden eine riesige Portion Spagetti mit Tomatensoße auf der Terrasse der Schattenmühle. Lecker!
Nach dem Essen wurden die doch sehr luxuriösen 4er- und 6-er Zimmer belegt und alle fielen müde und geschafft ins Bett.

Mittwoch, 05.06.2019

Früh morgens hieß es dann schon wieder aufstehen (trotz fiesem Muskelkater), um 8:00 Uhr stand das Frühstück schon bereit. Gut gestärkt, mit Lunchpaket im Gepäck, hieß es wenig Zeit verlieren und los. Weiter ging es die Wutachschlucht entlang Richtung Achdorf.

Auf den Wanderschildern war Achdorf ausgeschildert, 16 Kilometer, wir atmeten auf. „Das geht ja noch, im Vergleich zu gestern.“, meinte eine Teilnehmerin. Mutig liefen wir los, immer mit dem Ziel, die beste Badestelle an der Wutach für unsere Mittagspause zu finden. Mit dem „Ein-Wort Spiel“ und Ratsch und Tratsch ging die Zeit schnell rum, auch die viele unterschiedlichen Gespräche mit Leuten, die zwar auf der gleichen Schule sind, mit denen man aber noch nie ein Wort gewechselt hat, ließen die Zeit verfliegen.

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Um 17 Uhr war es dann soweit, wir haben unser Ziel Achdorf erreicht. Frau Muri empfing uns mit offenen Armen im Selbstversorgerhaus „Freizeithaus St. Franziskus“. Waren wir froh, als wir die Wanderschuhe in Flip Flops tauschen konnten und uns vor dem Abendessen noch im großen Garten, mit der Tischtennisplatte erholen konnten. Nach dem leckeren Essen von Frau Muri, wurde abgewaschen und Betten bezogen. Anschließend noch ein paar Runden Rondo und schon war es Zeit Herr Muri und seine Frau zu verabschieden. Auch dieser Abend ist gemütlich zu Ende gegangen. Leider musste eine Teilnehmerin zusammen mit Herrn Muri die Rückfahrt antreten, aufgrund gesundheitlicher Probleme.

Donnerstag, 06.06.2019
Der nächste Morgen beginnt zu Freuden aller, mit einem kleinen Spaziergang durchs Dorf, genauer gesagt zum Haus des Gastes, wo wir zum Frühstück verabredet waren.
Der Muskelkater wurde über Nacht schlimmer und die Blasen mussten neu abgeklebt werden. Half alles nichts, wir wollten weiter.

Aber bevor es losging, gab es eine Privatstunde Yoga von Frau Körber. „Enthusiastisch“ wurde der Yogahund- und Baum nachgeifert. Nach diesen Lockerungsübungen wurde noch die Schnelligkeit von Herrn Zeller (Sportlehrer) durch einen Staffellauf getestet.

Um anschließend entspannt mit Bus und Bahn über Donaueschingen nach Radolfzell zu gelangen, sehr zur Freude aller SchülerInnen.
Von Radolfzell aus, ging es über den Bodmann-Rück, vorbei an einer Bisonherde, 15km nach Ludwigshafen-Bodmann. Für unsere Verhältnisse ein Spaziergang. Und das wohlgemerkt trotz der Höhenmeter!

An der Jugendherberge angekommen, waren wir super überrascht.
1. Sie lag direkt am Bodensee und 2. wir durften in einer alten Villa übernachten
Leider spielte das Wetter nicht mehr ganz so gut mit, zwar regnete es nicht aber warm war es auch nicht wirklich.  Zum Glück gab es direkt nach der Ankunft Abendessen, wir hatten alle einen riesen Hunger! Nach dem Essen sind wir nochmal ab zum Bodensee und mit Vollgas zur nächsten Eisdiele. Frau Wegerer hatte da so ein Versprechen… (Bei jeder Eisdiele an der wir vorbeikommen, hat sie uns versprochen ein Eis auszugeben)
Es war ein toller Abend, mit Spaziergang an der Promenade entlang und später dann Lagerfeuer bei der Jugendherberge mit netten Gesprächen und Rückblick auf die vergangenen Tage.

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Freitag, 07.06.2019

Mit Vorfreude auf die Pfingstferien starteten wir in den Tag. Nach dem Frühstück musste ein letztes Mal der Rucksack gepackt werden.
Es hieß: Ab nach Hause!
Erster Stopp Überlingen mit dem Bus direkt von der Jugendherberge aus. (Super Planung). In Überlingen angekommen, hatten wir noch 1 ½ Stunden Aufenthalt. Perfekt um an der Strandpromenade mit Eis zu chillen und den Bodensee zu genießen.
Dann ging es das letzte Mal mit Wanderschuhen und Rucksack Richtung ZOB, wo wir mit schrecken feststellen mussten, unser Fernbus hatte Verspätung…
30 min später als geplant, ging die Fahrt dann schließlich los. Die allermeisten haben diesen Teil der Reise verschlafen. Mucksmäuschen still war es im Bus bis wir dann nachmittags wieder in Freiburg waren.

Wer viel wagt, der viel gewinnt!

Vielen vielen Dank an die step stiftung http://step-stiftung.de/WP/ und die Oberle Stiftung http://oberle-stiftung.de/ !!! Ohne Ihre finanzielle wäre dieses tolle Projekt nicht möglich gewesen!