“Sportlich Sprache lernen” – ein innovatives Fortbildungskonzept mit begeisterten Gästen aus UK

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„viertel vor drei“: ruft Referent Ludwig Voß und 20 junge Frauen und Männer laufen mit dem Ball am Fuß um Hütchen. Diese sind angeordnet wie Ziffern einer Uhr und beschriftet mit den Zeiten. TrainerInnen, ÜbungsleiterInnen, ErzieherInnen, pädagogische Fachkräfte lernen hier beispielhaft, wie Übungen sprachsensibel erweitert, angepasst und umgesetzt werden können.

Zur gleichen Zeit referiert und informiert Hanna Siegismund über das Erlernen von Deutsch als Zweit- und Fremdsprache und erklärt die Rolle als Sprachvorbild im sportlichen Kontext.

Mittendrin acht Vertreter englischer Profi-Vereine die in verschiedenen CSR (Corporate Social Responsibility) Bereichen tätig sind und deutschlandweit Vereine und Institutionen besuchen, sich informieren und in Austausch treten.

Entstehung: Naomi Westland, Project Manager „Football Welcomes“ von Amnesty International UK, reist für eine Woche mit sieben Vertretern von Vereinen und Fußball Organisationen (Chelsea FC Foundation, Aston Villa Foundation, Middlesbrough FC Foundation, Leicester City Football Club, the Football Association) nach Deutschland und besucht Projekte und Instiutionen, um deren Projekte und Strategien zu erfahren und in Austausch zu treten. Letzter Stopp ist Freiburg, wo sie die Partner vom „Willkommen im Fußball“ Bündnis eine Premiere erwartet. “step fortbildung” ist das Vorhaben, was im Rahmen des WiF-Bündnisses erstmals nach den erfolgreichen Erprobungen umgesetzt wird. Die Frage, wie kann sportlich Sprache erlernt werden, steht im Fokus. Ein Thema, dass es so in England noch nicht gibt.

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Um den Gäste aus England einen Einblick in die regionalen Projekte in der Flüchtlingsarbeit zu geben, stellten die einzelnen Partner des WiF-Bündnisses (Stadt Freiburg, PSV Freiburg e.V., SC Freiburg e.V., step stiftung) ihre Einsatzfelder und Angebote in Freiburg vor. Peter Egetemaier, Präsident des Polizeisport-Vereins, und Repräsentant der Austragungsstätte der Veranstaltung, begrüßte die Vertreter mit warmen Worten.

Projekte wie das Freunde statt Fremde Training, kick for refugees oder kick verbindet, sind Ansätze, die es in England bereits in ähnlicher Form gibt, wo es aber speziell im Frauensport und im sportlichen Bildungsauftrag an Ideen und Expertise fehlt. Während eines gemeinsamen Mittagessens wurde der Sport und die soziale Bedeutung in der Flüchtlingsthematik Zentrum der Diskussion und ließ geografische und sprachliche Grenzen schwinden. Ein erkenntnisreicher und bedeutsamer Austausch, der allen Parteien einen wertvollen Beitrag bringt. „Es war eine inspirierende Woche. Besonders gaben mir die unterschiedlichen Ansätze und Projektideen einen tollen Einblick in die Vielfalt der Tätigkeiten in der Flüchtlingshilfe in Deutschland. Ich bin sicher, alle nehmen diese Eindrücke mit zurück, um genauso innovativ zu agieren, wie unsere Freunde in Deutschland.“ Resümiert Naomi Westland, Amnesty International.

Nachmittags wird das Gelände des Polizeisport Vereins Freiburg e.V. in ein Bildungszentrum verwandelt. 40 junge Frauen und Männer sind voller Vorfreude auf eine Fortbildung, veranstaltet vom WiF-Bündnis Freiburg und durchgeführt von step fortbildung. „Sportlich Sprache lernen“ ist das Thema der Veranstaltung, dass in Theorie und Praxis stattfindet. Während Ludwig Voss (Mitarbeiter der Abteilung gesellschaftliches Engagement des SC Freiburg) seine Erfahrung und die innovativen Ideen zu sprachsensiblen Übungs- und Spielgestaltungen aufzeigt und mit der Gruppe gemeinsam erarbeitet, gibt Hanna Siegismund (M.A. Deutsch als Zweitsprache) Einblicke über den Spracherwerb von Deutsch als Zweit- oder Fremdsprache  und wie Sprachanlässe im Sport erzeugt und genutzt werden können. Genügend Zeit zum Reflektieren und selbstständigen Erarbeiten bleibt den TeilnehmerInnen, sodass eigene Übungen entwickelt und angeleitet und Selbsterfahrung im Kontext Sport und Sprache besprochen werden können.

Die große Breite an TeilnehmerInnen, angefangen von AG-LeiterInnen und ÜbungsleiterInnen, weiter zu ErzieherInnen und Lehrkräft bis hin zu SozialarbeiterInnen, zeigt den Bedarf und die Interesse an solchen Themen, die in der Migrationsgesellschaft „Deutschland“ genutzt werden müssen.

Christian, Erzieher im SOS-Kinderdorf, zeigt die Wirkung von sprachsensiblen Sporteinheiten: „Diese Themen bewirken ein Zusammengehörigkeitsgefühl und eine Gemeinschaft. Sprache beflügelt Freundschaften zu knüpfen. In meiner Arbeit mit Kindern möchte ich das Erlernte im Kinderdorf, bei Freizeiten und im Sport anwenden“

Inspiriert mit neuen Ansätzen und Eindrücken kehren die TeilnehmerInnen in Ihre Arbeitsstätten zurück, um Kindern und Jugendlichen mit dem Medium Sport und Fußball einen Spracherwerb zu erleichtern.