9. Etappe: Vom Comer See nach Bozen

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Wir trampen an diesem Tage zwar nur ca. 380km – die haben es allerdings in sich, denn wir nehmen Land- und Passstraßen anstatt der Autobahnen.

Zunächst gabelt uns ein Venezulaner mit Namen Jesus auf, der uns erklärt, warum es in den italienischen Bergen so viele Kirchen gibt. Dann geraten wir an Armando.

Er hält mit Schweizer Kennzeichen und steigt mit den Worten aus: „Was macht ihr denn hier?“ Wir sahen ihm also zu deutsch aus und hielt uns zweitens für verrückt, dass wir in Italien trampen. Er lädt uns zum Mittagessen ein und kocht uns Pasta. Dabei bestaunen wir seine Kunstwerke – u.a. Kleidoskope, die er selber herstellt. Nach dem Essen zeigt er uns seine Werkstatt. Alles, was mit Holz zu tun hat, verbaut er hier zu unglaublich schönen Objekten.

Ihr seid eingeladen, ihn zu unterstützen und bei ihm einzukaufen. (Woodenobjects/ www.armandoperri.com // zumindest, falls er seine site fertig bekommt / Anmerk. Redaktion). Er lebt nämlich von wenig Geld und zugleich ist er ein unglaublich reicher Mann, weil er eine solch positive Ausstrahlung hat und wahnsinnig gastfreundlich ist. Er bringt uns schließlich zu einem guten Ort, von dem aus wir kurze Zeit später von zwei Studenten mitgenommen werden.

Foto-Armado-2Die nächste Fahrt verbringen wir im Auto von einem Ehepaar aus Jerusalem, die uns herzlich einladen, sie zu besuchen. Wer weiß, wo wir im Dezember sind?

Anschließend fahren wir bei einer Frau mit, deren Herzlichkeit ich nicht vergessen werde. Als wir aussteigen umarmt sie mich – kurze Zeit später steigt sie nochmal aus und drückt mir 20€ in die Hand – für alle Fälle. Ich bin baff! So was hatten wir noch nicht erlebt und das alles an einem Tag!

Die Krönung kommt übrigens noch:

Der letzte Mann, der uns an diesem Tag über 100 km nach Bozen fährt ist Nationaltrainer der italienischen Skimannschaft. Zwischen den Welten, in denen er sich bewegt, dürfen wir ihn begleiten. Er erzählt von seinen letzten internationalen Wettkämpfen, Doping, seiner Ehe, die auf der Kippe stand – der anschließenden Therapie.. Um halb 9 abends läd er uns ab und wir können die ganzen Erfahrungen des Tages nicht mehr verarbeiten, aber es waren ganz eindrückliche Gespräche und Begegnungen.